• Nokia Flopp

Microsoft Handys sind reine Ladenhüter

Verluste bei Microsoft

Der Hintergedanke des Softwareentwicklers Microsoft beim Erwerb der Handysparte von Nokia war im Grunde genommen durchaus sinnvoll nachvollziehbar. Das lukrative Smartphonegeschäft wollte Microsoft dazu nutzen, die eigenen Gewinne zu maximieren und gleichsam ein Gegengewicht zu den Windows-Lizenzen schaffen, um das Unternehmen in der Breite besser aufzustellen. Als Wettbewerber zu den führenden Marken Apple und Samsung wollte sich Microsoft einen Namen machen, doch dieses Unterfangen ist ganz offensichtlich gefloppt. Das Smartphone-Geschäft schwächelt und zu allem Ärger bringen auch die Windows-Lizenzen in der letzten Zeit weniger Gewinne für das amerikanische Unternehmen ein, während hingegen die Cloud-Dienste einen regelrechten Boom erleben.

Größter Verlust im Quartal seit Unternehmensgründung

Enorm hohe Sonderlasten waren der Grund, warum das amerikanische Sofwareunternehmen den größten Verlust in einem Quartal seit Anbeginn seiner Geschichte zu verzeichnen hatte. Der Nettoverlust beläuft sich auf unglaubliche 3,195 Milliarden Dollar und begründet sich durch die Übernahme der Handy-Sparte von Nokia, welches zum größten Irrtum der Geschichte von Microsoft werden könnte. Zur gleichen Zeit im Vorjahr konnte sich das Unternehmen noch über einen Gewinn in Höhe von rund 4,6 Milliarden Dollar freuen, doch zahlreiche Umbaukosten sowie diverse Abschreibungen im Frühling 2014 haben in der aktuellen Bilanz des Softwareriesen merkliche Spuren hinterlassen. Insgesamt schreibt das Unternehmen zu diesen Zwecken 16 Milliarden Dollar ab, was die Quartalsergebnisse deutlich belastet.

Einsicht beim Microsoft

Erst vor zwei Wochen musste Microsoft eingestehen, dass der 9,5 Milliarden Dollar teure Teileinkauf bei Nokia ein riesiger Fehler war und als Debakel bezeichnet werden kann. Das Vorhaben, die beiden großen Konkurrenten Samsung und Apple direkt auf fremden Terrain anzugreifen, war letztlich zu strebsam. Die Microsoft-Geräte entwickelten sich in diesem Bereich zu regelrechten Ladenhütern, so dass bereits 7800 Mitarbeiter aus den jeweiligen Sparten entlassen werden mussten. Das Gesamtunternehmen geriet zwar dank der Umsätze im Computer-Bereich niemals gänzlich in Gefahr, doch sanken auch in diesem Segment die Umsätze merklich um fünf Prozent auf insgesamt 22,18 Milliarden Dollar. Mit dem Boom der Cloud-Dienste sowie der XBox konnte das Unternehmen den Abwärtstrend zumindest ein wenig abfedern, jedoch nicht gänzlich kompensieren. Auch das Geschäft mit den Lizenzen der Windows-Betriebssysteme verlief unterhalb der Erwartungen des Unternehmens. Positiv entwickelte sich jedoch die Umsatzgenerierung im Bereich der Surface-Tablets, was jedoch die Verluste im Bereich OEM-Versionen sowie Windows-Phone ebenfalls nicht kompensieren konnte. In diesem Bereich verlor das Unternehmen insgesamt 46 Prozent

Cloud Dienste werden beliebter

Das einstiege Flaggschiff des Unternehmens, Microsoft Office, musste ebenfalls einen Verlust von rund 18 Prozent hinnehmen. Diesen Verlust wird das Unternehmen jedoch aufgrund des Umsatzanstiegs von rund 88 Prozent im Bereich der Cloud-Dienste verschmerzen können, da zahlreiche Nutzer einen Wechsel zu Office 365 vornahmen. Insgesamt belaufen sich die Umsätze im Bereich der Cloud-Dienste auf 832 Millionen Dollar, was einen Anstieg von 9 Millionen Dollar zum Vorjahr bedeutet. Mit dem neuen Betriebssystem Windows 10 werden bei Microsoft viele Hoffnungen verknüpft. Vorstandschef Nadella erhofft sich von der kostenlosen Verteilung eine Umkehrung des Trends und dass die Sparte der Windows-Betriebssysteme einen Schub erhalten. Ob diese Hoffnung begründet ist wird die nähere Zukunft zeigen, da Windows die nächsten Zahlen voraussichtlich erst 2016 veröffentlichen wird.

2017-05-31T21:58:31+00:00

About the Author:

Leave A Comment