Die Breitband-Überholspur wird teurer

Das offene Internet ist ein Projekt, welches von der EU bereits vor langer Zeit ins Leben gerufen wurde. Mit dem neuerlichen Beschluss wurden jedoch neue Regeln für das sogenannte „offene Internet“ festgelegt, welche durchaus Auswirkungen auf den Service von so manchem IT Dienstleister haben könnte.

Mehr Verdienst für Zugangsanbieter

Die neuen Regeln des offenen Internets betreffen weniger die Maßnahmen des Consultingsondern vielmehr die sogenannten Dauer-Intensiv-Nutzer von Breitbandverbindungen. Diese befanden sich bei der IT Nutzung bislang im Vergleich zu anderen Internetnetzern regelrecht auf der „Überholspur“, da sie den Service der Breitbandverbindung für sich nutzen konnten. Trotz des Brüsseler Kompromisses in Bezug auf die Netzneutralität dürfen Provider dennoch mit äußerst ominösen Spezialdiensten abseits der klassischen Internetverbindung einen Premium-Internetzugang anbieten. Nicht vergessen werden darf dabei jedoch, dass diese „Überholspuren“ der Provider durchaus mit „mautpflichtigen“ Straßen verglichen werden können. Seien es kommerzielle Angebote der Dienstleister in Form von Gaming- oder Videoplattformen bis hin zum Streaming, welches extrem hohe Bandbreiten beansprucht, die Gebühren müssten selbstverständlich auf die ohnehin schon monatliche Providergebühr aufgerechnet werden.

Wie hoch die zusätzlichen Gebühren ausfallen werden steht bislang noch in den Sternen. Das Gremium für Europäische Regulierungsstellen der elektronischen Kommunikation hat diesbezüglich noch keine genauen Angaben gemacht. Entsprechende Informationen werden erst zum Ende August des Jahres 2016 erwartet. Die Entscheidungen, die nun noch anstehen, dürften insbesondere für Startup-Unternehmen oder generelle Internet-Dienstleistungsanbieter durchaus interessant sein. Bislang ist jedoch im Gerede, dass es sich bei den zusätzlichen Gebühren lediglich um ein paar kleine Prozent handeln würde. Bereits im Herbst letzten Jahres hat sich der Chef des deutschen Unternehmens Telekom, Tim Höttges, diesbezüglich geäußert. Gestritten wurde jedoch bislang darüber, ob Videoplattformen oder Streaming-Dienste wirklich laut EU-Recht als Spezialdienste anzusehen sind. In diesem Bereich wird die EU daher noch sehr viel Arbeit vor sich haben, aber es ist durchaus denkbar, dass das Zwei-Klassen-Internet auch künftig weiter gefördert wird.

2017-08-10T16:13:56+00:00